Für Maja und Willi!

Jetzt schließ mal deine Augen und denk an deinen letzten Sommer. Vielleicht warst du am See, im Garten, auf dem Balkon oder einfach nur im Park gehockt. Du hast die Sonnenstrahlen genossen, dir ein kühles Blondes aufgemacht und einfach nur das tolle Wetter ausgenutzt.
Jetzt denk noch mal daran und zähle mal nach, wie viele Bienen du in diesen Wochen gesehen hast. Sind es mehr oder weniger wie aus längst vergangenen Tagen?

Sag mir, wo die Bienen sind

Also ich kann mir eigentlich an maximal eine Handvoll Bienen in unserem Garten erinnern, die sich über die Riesensonnenblumen hergemacht hatten. Viele waren es allerdings nicht. Wie viele waren es bei dir?

Der Schrebergarten

Der Einzige Ort wo mir noch wenigen Bienen begegne.

Laut der internationalen Naturschutzunion ist in Europa ca. jede zehnte Wildbiene vor dem Aussterben bedroht. Das sind zwar nicht direkt die Bestäuber, die wir alle aus unseren Alltag kennen, aber trotzdem sind sie mindestens genauso wichtig wie die uns bekannte Honigbiene. Neben Schmetterlingen, Hummeln und anderen Bestäubern leistet die Wildbiene rund 80 % der Arbeit. Ihnen fehlen aber mittlerweile durch die zunehmende Industrialisierung und Bebauung von Flächen Nahrungspflanzen und Nistplätze. 

Das Volksbegehren Artenvielfalt möchte dem Entgegenwirken. Das sind ihre Forderungen:

1. Verbindung von Biotopen
Durch die wachsenden Ballungsräume fällt es Wildbienen immer schwieriger einzelne, lokale Lebensräume zu erreichen. Sie bleiben immer im selben Gebiet stecken und sind so anfälliger für Krankheiten und sterben. Die Forderung: zusammenhängende Lebensräume!

2. Ausbildung soll Nachhaltiger werden
Die Ausbildung von Bauern soll wieder auf die Zusammenhänge gerichtet werden. Anstatt nur auf Ertrag und Effizienz zu setzen, wird gefordert auch wieder mehr über die Folgen und die Schwierigkeiten für Mensch und Natur zu informieren. 

3.Transparenz 
Damit Bürger*innen auch erfahren ob neue Naturschutzgesetze durchgesetzt werden, fordert das Volksbegehren, dass der Landtag jährliche Statusreporte rausbringt.

4. Bio voraus! 
Aktuell gibt es ca. 10 % ökologisch bewirtschaftete Flächen. Gefordert wird diese Flächen bis 2025 auf 20 % und bis 2030 auf 30% auszuweiten. So sollen Bio-Lebensmittel regional produziert werden. Dazu sollen kleinräumige, bäuerliche Landbetriebe Unterstützungen erhalten.

5. Lasst es blühen!
Das Volksbegehren fordert mindestens 10% der Naturflächen in Blühwiesen umzuwandeln. Vor allem heimische Pflanzen sollen hier gesät werden. Diese Blühen durchgehend und dienen als Futterquelle für die Waldbienen. 

6. Keine Pestizide 
Laut eine in der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlichen Studie zufolge, kann Glyphosat eine wichtige Ursache des Bienensterbens sein. Neue schonende Öko-Anbauten, robuste Saaten und ein gesunder Boden sollen genügen Ertrag für uns bringen. Längst gilt nicht mehr das Argument, dass die Ernährungssicherheit ohne intensive Landwirtschaft gefährdet ist. Der Verkauf von Obst und Gemüse zu Dumpingpreisen im Ausland aus Profitgier wäre ade. Selbst in Indien wurde in drei Bundesstaaten komplett auf biologische Landwirtschaft umgestellt. 

Schon Albert Einstein sagte „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ – und dass 1966.

Also los! Von Donnerstag, den 31.01. bis Mittwoch, den 13.02.2019 könnt ihr für das Volksbegehren Artenvielfalt eure Stimme abgeben. Wo ihr dafür hinmüsst, findet ihr mit dem praktischen Rathausfinder. 

Volksbegehren Artenvielfalt Im Rathaus in deiner Nähe,  Donnerstag, den 31.01.2019 bis Sonntag, den 03.02.2019

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s