5 Gründe um noch am letzten Wochenende im Kunstlabor vorbei zu schauen

Du kennst das garantiert. Man liest überall von einen Termin, eine Veranstaltung, eine Ausstellung oder eine Eröffnung, nimmt sich lange vor vorbei zu schauen und dann sind schon wieder drei Tage vergangen, und man hat es wiedermal nicht geschafft.

Wenn da nicht immer der innere Schweinehund wäre

Mit dem Kunstlabor sollte es aber anders sein. Wochenlang habe ich in meinem Instagram-Feed Bilder davon gesehen und am vorletzten Wochenende es dann auch endlich in die ehemalige Tengelmann-Zentrale geschafft. 

Was genau ist das aber? Nachdem Kaiser’s Tengelmann seine Pforten räumen musste, stand der riesige Bürokomplex an der Landsbergerstraße erst mal leer. Zum Glück gibt es Institutionen wie das MUCA, die kreative Flächen in München suchen, finden und umfunktionieren. Auf 5000 Quadratmeter durften sich 50 Künstler in 50 Räumen auf zwei Etagen kreativ austoben. So unterschiedlich die Hintergründe ihrer Werke sind, so verschieden sind auch die Umsetzungen. Von aufwendigen Installationen über angefahrenen Graffitis bis hin zu „Ich Sprenkel mit dem Pinsel herum“ gibt es viel zu schauen.

 

Noch bis Sonntag, den 27.01. könnt ihr euch die Ausstellung anschauen. Hier fünft Gründe, warum die alte „ich bin kein Kunst-Fan“-Ausrede hier nicht gilt:

  1. Für jedermann. Wenn es eine Art von Kunst gibt, mit der jeder etwas anfangen kann, dann Street Art.
    Sei es das Graffiti an der Stadtmauer oder witzige Sticker am Laternenmast. Street Art begegnet uns auf unserem täglichen Weg zur Uni, Arbeit und wieder Heim. Wer hat, da noch nicht eine coole Grafik schnell fotografiert?
  2. Die Suche nach dem „i-Tüpfelchen“. Was sich durch fast alle Räume zieht, ist die Liebe zum Detail. Kommt man rein, fühlt  man von den vielen bunten Farben und Materialen erst mal überrumpelt. Schaut man sich dann ein wenig um entdeckt man die kleinen Besonderheiten der Räume.
  3. Wichtige Themen werden angesprochen. Themen die uns alle angehen, nicht nur seit dem die Medien groß davon berichten.  Sei es die wachsenden Mauern in den Köpfen, die Ergebnisse der letzten Wahlen oder die Massen an Plastik die in unseren Meeren schwimmen. Das Denken wird angeregt. Besonders cool fand ich, dass selbst die Kids in diesen Räumen die Thematik sofort aufgreifen. In einem Raum mit einem Plastik-Strudel haben welche gleich ihre Eltern gefragt was das ist, und nach einer kurzen Erklärung sprudelte es gleich kreative Ideen aus ihnen wie man das Problem anfassen kann. „Warum fischen wir nicht einfach mit einem Riesenkescher den ganzen Müll raus aus dem Meer?“
  4. Tengelmann. Auch wenn die Räumlichkeiten bis auf ihren Vermieter nur noch wenig mit der Supermarkt-Kette zu tun hat, ließen einige Räumen noch auf die Vergangenheit der Zentrale blicken. Philipp Jung hat aus den alten Akten aus dem letzten Jahrzehnt ein Labyrinth gebaut. Ursprünglich waren hier Rechnungen, Pläne, Bestellungen und Fotografien von den Filialen verstaut. Der Inhalt fand aufgehäuft einen Raum weiter Platz. Biancoshocks Idee, Tengelmann ehre zu erweisen war da ein klein wenig makaberer. Er hat Kolumbarium aufgebaut. Auf jeder Platte stand eine Münchner Filiale mit ihrem Eröffnungsjahr und dem der Schließung. Geschmückt wurde die Wand mit Kerzen, Nelken und Rosen.
  5. Die Bar. Eigentlich schade, dass es nur noch bis zum 27. das Kunstlabor gibt. Neben den ganzen Kunsträumen gibt es im 2. Stock noch eine recht, sagen wir mal chillige, Lounge. Mitten im Raum liegen Perserteppich erhöhter und von der Decke hängen Schläuche, die zu schaukeln zweckentfremdet worden. Von der Wand lächeln einen die bekannten Umweltmaskotchen Frosch und Schildkröte. Zwei, die jeder noch zwischen seinen zigtausend Jutebeutel finden kann. Zu trinken gibt es allerlei. Vom herben Zwickl (mit passendem Gemälde) zur zischenden Limo sind alle Klassiker dabei. Das Schöne dabei: Alle Getränke gibt es nur in der Glasflasche. Wenn das Wetter sogar schön ist, könnt ihr aus dem Fenster über ganz München schauen während ihr in den Schlauch-Schaukeln ein wenig abhängt.

 

Wenn das keine Gründe sind, um im Kunstlabor mal vorbei zu schauen! Also Hintern hoch von der Couch und ab zum Kunst gucken. 

Wer es wieder nicht geschafft hat. Ab dem 16.02.2019 ist einer der Künstler (Matthias Mross) im Feierwerk Farbenladen zu sehen. 

 

Kunstlabor  Landsberger Str. 350, 80687 München, Donnerstag – Sonntag, 14:00h – 22:00h

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